Geschichte und Geschichten

Aloo Dam und eine Schlange zum Frühstück

BioTee

 

Die erste Nacht im Gästehaus nach unserer Ankunft in Kalkutta war recht unspektakulär und erstaunlich ruhig. Jedenfalls erstarb nach ca. 22 Uhr der Lärm auf der Strasse, um erst gegen 5.30 Uhr am nächsten Morgen, zusammen mit dem nervtötenden Gekrächze von Krähen, wieder zu starten.

Die Kakerlaken in den Zimmerecken und im Bad ließen uns in Ruhe, der Ventilator, der für etwas Erfrischung in der schwülheißen Luft sorgte, eierte quietschend die ganze Nacht an der Decke. Das Repellent gegen die Moskitos, mit dem wir uns kräftig eingeschmiert hatten, stank widerlich und klebte ebenso widerlich auf der Haut. Da wir eine sehr lange und anstrengende Anreise aus Europa hinter uns hatten, waren wir jedoch so müde, dass wir dennoch schnell ein- und sehr gut durchschliefen.

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Russische Flü(g)che nach Kalkutta – Biotee

Von unseren damaligen Teelieferanten wollte ich in unseren Anfangstagen wissen, wie denn der Tee wächst, gepflückt und verarbeitet wird. Darauf bekam ich teils sehr ausweichende, teils sehr wirre und dann auch wieder schlicht komplett falsche Informationen. 

Da wurde beispielsweise, wie es heute noch manchmal zu lesen ist, behauptet, dass für den Blattgrad TGFOP nur das oberste Blatt des Teetriebes gepflückt würde. Während man für einen Souchong nur das dritte Blatt nähme usw. Auch sonst war die Auskunftsfreude der (hanseatischen) Teegroßhändler und Importeure Ende der 1980er Jahre nicht gerade groß. Von manchen wurden so falsche Aussagen gemacht, dass ich bis heute daran zweifle, dass der eine oder andere damals Auskunft gebende Zeitgenosse jemals einen Teegarten aus der Nähe gesehen hatte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Hosianna Maracuja…

…oder Papst Johannes Paul II beflügelte unseren Umsatz

Von den rosa Angebotsblättern für unsere Messeauftritte, habe ich ja schon berichtet. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, jedem und jeder, die bei uns in der Nähe vorbeikamen, eines unserer Angebots-Blättchen in die Hand zu drücken. Das führte dazu, dass nach kurzer Zeit praktisch kein Besucher mehr ohne das rosa leuchtende Blättchen in der Hand in der Halle unterwegs war. Insgesamt haben wir alleine in München ungefähr 15.000 davon verteilt, während die meisten sonstigen Aussteller sich an maximal 10 Fotokopien festhielten, die die Kunden nur am Stand lesen, aber nicht mitnehmen durften. Der Kosten wegen!

Jahre später haben unsere ersten Kunden noch nach diesen Blättern und mit den dreistelligen Bestellnummern, die wir damals hatten, bestellt. Die Bestellnummer 110 für unseren Wald-Erdbeer-Früchtetee hat sich übrigens seit damals bis heute gehalten.

Etwas ganz Besonderes kam uns am Sonntag dem 3. Mai 1987 entgegen. Es war sozusagen ein ganz außergewöhnlicher Messe-Sonntag. Einerseits waren wir als Aussteller auf der Verbrauchermesse „vitalis“ in der Olympiahalle. Andererseits feierte Papst Johannes Paul II im benachbarten Olympiastadion vor ca. 82.000 Menschen eine Papstmesse.

Als die Papstmesse vorüber war, gab es ein heftiges Gewitter, was seinerzeit sogar den Papst daran hinderte mit dem Helikopter nach Augsburg weiter zu reisen. Die Gläubigen aus dem Stadion strömten in die Olympiahalle, um sich vor den vom Himmel prasselnden Wassermassen zu schützen. Der Papst musste mit dem Auto nach Augsburg chauffiert werden, die Gläubigen schützten sich mit irdischen Olympiadächern vor himmlischen Unwettern.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie die Luft in der Halle immer stickiger und heißer wurde und so dem schwülheißen Klima in Assam recht nahe kam. Die Hallenleitung weigerte sich aber dennoch penetrant die Lüftung höher zu fahren. Das sei so Vorschrift, so festgelegt und damit basta! So fanden unsere kleinen flüssige Tee-Kostproben reißenden Absatz. Unseren Früchtetee Maracuja präsentierten wir recht katholisch. In einem Singsang priesen wir ihn an als „Maaa raaaaa cuja“ (zumindest die katholischen Leser werden es verstehen), was zu einem kleinen Siegeszug wurde.

Unsere Tees bekamen zwar keinen Segen von ganz oben, aber den Segen und den grandiosen Zuspruch der Besucher. Unsere Stimmbänder versagten dafür aber jeden Abend den Dienst und wir konnten nur noch krächzen, viel Salbeitee trinken, und völlig erschlagen ins Bett fallen.

An den ersten Tagen, als sich nur wenige Menschen in der großen Olympiahalle tummelten, wandten wir eine andere Maßnahme der Verkaufsförderung an. Immer wenn nichts an unserem Stand los war, musste einer von uns den interessierten Kunden mimen und sehr intensiv in unsere leuchtend roten Schnupperdosen hineinriechen. Auch das klappte! Kaum war ein „Kunde“ am Stand kamen gleich noch mehr dazu und wollten wissen, was es hier Gutes gab. Diese Taktik hat übrigens noch auf sehr vielen weiteren Messen hervorragend funktioniert. Wie ich vor kurzem erfuhr, hat auch der Gründer eines sehr bekannten, „fast adligen“ Modelabels aus Rottendorf bei Würzburg Ähnliches in der Anfangszeit gemacht. Und war damit erfolgreich.

Für Fernsehteams war unser Stand mit den leuchtend roten Stoffen und den schön anzuschauenden Dosen immer wieder sehr attraktiv. So kamen wir des Öfteren ins Fernsehen. Ob das einen Effekt auf unsere Verkäufe hatte, wage ich ja zu bezweifeln, aber für unser Ego war es Balsam pur. So probierte z.B. eines Tages der damalige Hannover Oberbürgermeister Schmalstieg vor laufenden Fernsehkameras medienwirksam an unserem Stand auf einer Ausstellung in Hannover unseren Tee.

Hier können Sie den ersten Teil nachlesen!

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25 Jahre OASIS
wie alles begann…

Im zeitigen Frühjahr 1987 beschlossen wir, das waren seinerzeit die drei Gründer von OASIS, Carolin Amman, Helmut Reusch und ich, dass wir unsere neuen Früchtetees auf ihre Markttauglichkeit testen wollten.

Viele Möglichkeiten wurden in Erwägung gezogen. Sollten wir die Tees in verschiedenen Läden testen, oder sollten wir einen Versandhandel beginnen? Oder vielleicht wäre eine Publikumsmesse der richtige Ort? Wir entschieden uns im Prinzip für alle drei Varianten, wobei der große Test auf einer Messe stattfinden sollte. Nach einigen Recherchen suchten wir uns die „vitalis“ in München aus, die in den Umgängen der Olympiahalle stattfand.

An Früchtetees hatten wir gerade mal fünf Sorten, darunter den Früchtetee Wald-Erdbeere, den es heute noch bei uns gibt. Was wir nicht hatten, war irgendeine Art von Ahnung oder gar Erfahrung, was wir auf einer Messe alles brauchen würden. Einen Messestand bräuchten wir, da waren wir uns schnell einig. Aber wie könnte der aussehen? Wie könnten wir den in einen VW-Bus einladen und würden all die anderen Dinge, wie Tee, Beleuchtung und vieles mehr auch reinpassen? Diesen Beitrag weiterlesen »

Rotes Gold – Bio Rooibos

Magische Karoo

Die Karoo ist ein riesiges Halbwüstengebiet im Südwesten von Südafrika, das mich in höchstem Maß fasziniert. Unterteilt wird sie in die Große Karoo und die Kleine Karoo. Die Große Karoo hat eine Ost-West-Ausdehnung von ca. 750km.

Auf meiner jüngsten Reise nach Südafrika konnte ich das wunderbare Schauspiel erleben, wie diese, über weite Strecken steppenartige Landschaft nach reichlichen Winterregenfällen, nach einer jahrelangen Dürre, wieder erblühte. Rote und gelbe Blütenteppiche breiteten sich teilweise bis an den Horizont aus – überall zwischen den vielen Büschen, die die Landschaft prägen (in Afrikaans heißt diese Buschlandschaft auch „Fynbos“, übersetzt etwa: „Feinbusch“). Von oben, von den die Karoo begrenzenden Bergen, präsentierte sich um diese Zeit ein faszinierendes Schauspiel. Diesen Beitrag weiterlesen »

Out of Africa – Bio Rooibos, wo alles begann…

Zu Besuch auf der Rooibosfarm „Klipfontein“  bei Frans van der Westhuizen

„Oh you made it“ begrüsst mich Frans, als wir Mitte September auf der Klipfontein Farm, einige Kilometer ausserhalb von Graafwater im Südwesten von Südafrika ankommen. Heute ist es recht frisch, ja diesig, und das Wetter erfüllt so gar nicht die typischen Klischees von Afrika. Allerdings hatten wir auf der Anfahrt am Tag zuvor noch Temperaturen um die 35 Grad.

Aber Frans findet das heutige Wetter ideal, denn jetzt im Frühjahr ist er froh über jedes bisschen Niederschlag. Später, wenn es dem Sommer entgegengeht, steigen die Temperaturen an und es wird kaum noch einmal regnen. 40 Grad und manchmal noch heißer wird es hier. Diesen Beitrag weiterlesen »

„…dann spritzen wir 14 Tage nicht“

Als ich vor fast 25 Jahren das erste Mal mit indischen Teeproduzenten über Biotee sprach, gab es in Indien zu diesem Thema noch sehr merkwürdige Vorstellungen.
Ich wurde gefragt: „Wieviel Tee möchten Sie als Biotee einkaufen?“ Als ich die Menge nannte, kalkulierte der Manager in Windeseile durch Kalkulation mit den Fingern (die in Indien sehr trickreich wie ein Abacus genutzt werden) und entgegnete mir: “Kein Problem! Um diese Menge zu produzieren, brauchen wir jetzt im First Flush ca. 14 Tage. In dieser Zeit stoppen wir den Einsatz von Pestiziden, so können wir Ihnen den gewünschten Biotee liefern.“
Daß das natürlich nicht die Art von „Bio“-Tee war und ist, die ich Ihnen anbieten möchte, versteht sich von selbst.
Was folgte, waren unzählige Besuche und Diskussionen, vor allem in Indien. Ich mußte sehr viel Überzeugungsarbeit bei den Eigentümern der Teegärten leisten. Noch mehr Überzeugungsarbeit erforderte es bei den Managern der Teegärten vor Ort. Am schwierigsten war es jedoch, die Wissenschaftler des indischen Teeforschungszentrums Tocklai in Assam zu überzeugen.
Ich wurde eingeladen, Vorträge vor den versammelten Wissenschaftlern in Tocklai zu halten und meine Ideen und Positionen kontrovers zu diskutieren. Ich kann Ihnen versichern, daß dies ganz und gar kein leichtes Unterfangen war.  Noch dazu auf Englisch.
Letztlich gelang es mir aber, den einen oder anderen Plantagenbesitzer von der Idee zu begeistern und es auszuprobieren. Einer davon ist heute der größte Teeproduzent in Darjeeling. Er hat mittlerweile fast alle seine Teegärten auf Bioanbau umgestellt, worauf ich ein klein wenig stolz bin.

Bewaffnete Freundschaften

Ich liebe die Traditionen und die Menschen in Darjeeling. Vor allem freue ich mich immer wieder darüber, wie viele der für uns archaisch anmutenden Traditionen, bis heute tief und fest in diesen stolzen Menschen verwurzelt sind.

Zu den schönsten Traditionen überall auf der Welt gehört die Gastfreundschaft. In Darjeeling, wo die überwiegende Volksgruppe den Gurkhas angehört, wird diese besonders traditionell gepflegt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gewerkschaften lockern Darjeeling-Embargo

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Empfingen, Darjeeling: Nach einem wochenlangen, erbitterten Streit zwischen den Gewerkschaften und den Plantagenbesitzern, kam es am Mittwoch zu einer überraschenden teilweisen Lockerung des Embargos. Die 63 Teeplantagen, die in der Darejeeling Tea Association (DTA) organisiert sind, können ihren Tee wieder aus Darjeeling abtransportieren und an die wartenden Teegenießer in aller Welt verkaufen. Dies wurde möglich, nachdem der in der DTA organisierter Teil der Arbeitgeber Zugeständnisse bei den Forderungen nach höheren Löhnen machte und die weiteren Verhandlungen nun in einem deutlich freundschaftlicheren Verhältnis fortgeführt werden können. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gewerkschaften blockieren First flush Tee in Darjeeling

Politische Lage in Darjeeling sehr unruhig!

Nach etlichen Jahren relativer Ruhe gibt es aktuell in Darjeeling wieder heftige politische Auseinandersetzungen zwischen der Teearbeitergewerkschaft, den Arbeitgebern und der Regierung.  Schon Mitte der achtziger Jahre gab es teils heftige und auch blutige Auseinandersetzungen. Im Lauf der Jahre beruhigte sich die Lage in der wichtigen Teeregion wieder weitgehend. Diesen Beitrag weiterlesen »

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