Aktuelles

Aktuelles aus Darjeeling

Der Streik in Darjeeling geht unbefristet weiter, die Teegärten bleiben geschlossen und auch das öffentliche Leben in Darjeeling ist lahmgelegt. Auch das Treffen am 18. Juli in Kalimpong brachte keine Lösung des Konflikts. Kalyan Dewan, der Sprecher des Streikkommittees sagte: „Der ganze Streik muss nach Delhi zur Zentralregierung getragen werden, denn nur da kann das Problem entschieden werden.“ Das nächste Treffen ist deshalb für den 1. August in Neu Delhi terminiert. Dort soll es Demonstrationen und Hungerstreiks geben.

In der Zwischenzeit gab es in Darjeeling blutige, teils tödliche Zusammenstöße. Schon 9 Menschen sind zu Tode gekommen. In der kleinen Stadt Mirik wurden mehrere öffentliche Gebäude, darunter auch eine Stromversorgungsstation angegriffen und niedergebrannt.

Den Schulen erlauben die Streikenden immer noch keinen Schulbetrieb. Dies ist besonders problematisch, weil jetzt die zentralen Prüfungen anstehen und in den „Hills“ zahlreiche Internate angesiedelt sind.

 

Der Streik in Bildern – Hier gehts zum Video.

 

Darjeeling streikt weiter – Treffen bringt keine Lösung

Darjeeling streikt weiter - Treffen bringt keine Lösung - basierend auf Zeitungsartikeln aus Indien vom 7.7.2017

Öffentliches Leben weiter komplett lahm gelegt. Auch Schulen bleiben geschlossen. Versorgung mit Lebensmitteln wird immer prekärer.

Von Ralph Munz, OASIS-Versand

Darjeeling: Am gestrigen Donnerstag trafen sich alle politischen Parteien zu Beratungen. Es wurde beschlossen weiter zu streiken und sich am 18. Juli erneut zu treffen.

 

Gestern, am 22. Tag des Generalstreiks in Darjeeling, trafen sich alle am Streik beteiligten politischen Parteien im Mädcheninternat St. Georges School in Pedong nahe der Stadt Kalimpong. Alle politischen Führer riefen dazu auf, den Streik in voller Härte und ohne jegliche Ausnahmen fortzusetzen.

Mann Ghising, Präsident der Ghorka National Liberation Front, erklärte schon am Mittwoch, dass das einzige Ziel des Streiks ein unabhängiger Staat „Ghorkaland“ sei.

Um dies zu erreichen, so waren sich alle Parteien einig, könne es keine Ausnahmen geben. Noch nicht einmal humanitäre Ausnahmen um die zunehmend prekärer werdende Versorgungslage mit Lebensmitteln zu verbessern. Selbst die Schulen müssten geschlossen bleiben.

Ohne weitere Ergebnisse vertagte man sich auf das nächste Treffen am 18. Juli.

Damit ist zu befürchten, dass in diesem Jahr die komplette second-flush Ernte in Darjeeling ausfallen wird. Den Teegärten sind schon bis heute Verluste in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro entstanden.

Selbst wenn der Streik irgendwann endet, wird es längere Zeit dauern, bis die inzwischen wild ausgewachsenen Teebüsche (unser Bild)  wieder zurückgeschnitten und in einen „pflückfähigen“ Zustand gebracht werden können.  Etliche Teegärten mit festen Vorbestellungen für „second flush“-Tees, so genannten Forward-Kontrakten, haben inzwischen die Ausstiegsklausel „force majeure“ für höhere Gewalt geltend gemacht, da sie aufgrund des Streiks Ihre Lieferverpflichtungen nicht einhalten können.

Der OASIS-Versand berichtet weiter.

 

 

Generalstreik legt Darjeeling lahm

Generalstreik legt Darjeeling lahm - Regierung entsendet ArmeetruppenRegierung entsendet Armeetruppen

Von Ralph Munz, OASIS-Versand

 

Darjeeling: Wieder einmal legt in Darjeeling seit Wochen ein Generalstreik für einen unabhängigen Staat „Ghorkaland“ die Bergregion und den Teeanbau lahm. Von den Streikenden wird dieser inzwischen zunehmend über „WhatsApp“ Nachrichten koordiniert und wird damit immer effektiver in der Durchsetzung.

Der aktuelle Generalstreik begann Mitte Juni. Die Premierministerin des Bundesstaates West-Bengal zu dem Darjeeling gehört, verbot erfolglos die Streiks. Darjeeling ist ein auch für Inder, gerade im Juni und Juli sehr beliebtes Ferienziel um der Hitze zu entfliehen. Als Folge des Streiks wurden in der nur über wenige Gebirgsstraßen erschlossenen Region schnell die Vorräte knapp und es kam auch zu Ausgangssperren.

Die Streikenden hinderten die Touristen daran, die Region mit Taxis, Bussen oder dem Toytrain zu verlassen. Daraufhin entsandte Premierministerin, Mamata Banerjee, starke Polizei- und Armeetruppen nach Darjeeling um tausende von Touristen mit Bussen aus der Krisenregion zu evakuieren.

Auch die Teegärten mussten in Folge des Streiks schließen und können nicht mehr produzieren. Das ist gerade jetzt, in der Zeit der höchsten Erntemengen des Jahres, ein herber Rückschlag für die, wegen der schwierigen topografischen Lage ohnehin wenig profitablen Teegärten. Im Teegarten Tukdah versuchten die Streikenden ein Bürogebäude in Brand zu setzen. Zwei davor parkende Regierungsfahrzeuge brannten aus.

Die Times of India berichtete in Ihrer Ausgabe vom 28. Juni, dass inzwischen auch die Vorräte an Medikamenten lebensbedrohlich knapp werden. R.K. Brailey der der Sekretär der Apothekervereinigung von Darjeeling sagte: „Wir haben kaum noch lebensrettende Medikamente. Die Vorräte reichen nur noch für einige Tage“.  Das für die Region zentrale und wichtige Krankenhaus in Darjeeling –Stadt verfüge nur noch über etwa 40 Blutkonserven.

Wegen des Streiks sind auch Lebensmittel sehr knapp geworden und die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich seit Beginn des Streiks verdoppelt. So kostet ein Kilogramm Kartoffeln inzwischen umgerechnet schon über einen Euro – ein sehr hoher Preis in einem armen Land. Nun wird versucht Lebensmittel aus dem Nachbarland Nepal und aus dem Nachbarstaat Sikkim herein zu schmuggeln. Besonders problematisch ist, dass die Bevölkerung wegen geschlossener Banken kaum noch über Bargeld verfügt mit dem sie überhaupt etwas kaufen könnte. Die Läden bleiben aus Angst vor Übergriffen geschlossen.

Der Hintergrund für die immer wiederkehrenden Streiks in Darjeeling ist, dass sich die mehrheitlich zum Volksstamm der Nepali gehörenden Ghorkas, weder vom Bundesstaat West-Bengalen noch von der Zentralregierung in Neu Delhi angemessen repräsentiert fühlen. Deshalb möchten Sie einen unabhängigen Staat „Ghorkaland“ errichten. Ein Ansinnen über das es seit Jahrzehnten Verhandlungen gibt, die aber immer mehr oder weniger ergebnislos verlaufen sind und das von der Unionsregierung abgelehnt wird.

Gemäßigte Kräfte haben für den Freitag zu einem „Friedens- und Einheitsmarsch“ in Siliguri am Fuß des Darjeeling-Distrikts aufgerufen.

 

Persönliche Anmerkungen vom Autor Ralph Munz:

Schon als ich vor fast 30 Jahren das erste Mal in Darjeeling war, eskalierte der Streit um die Unabhängigkeit immer wieder blutig. So wurden bei meinem ersten Besuch im Teegarten Seeyok , nahe der Grenze zu Nepal, in einer Nacht mehrere Ladenbesitzer im Teegarten ermordet. Damals war es wegen der Unruhen und Anschläge nur unter strengen Auflagen möglich, im Distrikt unterwegs zu sein. Ich musste mich etwa alle 10 Kilometer an einem Checkpoint an- bzw. abmelden und ich brauchte eine spezielle Genehmigung um überhaupt in Darjeeling reisen zu können.

Dazwischen war es dann einige Zeit ruhiger, da die Regierung den Ghorkas eine gewisse autonome Verwaltung des Gebietes und die Wahrung ihrer kulturellen Identität zugesichert hatte.

Dazu muss man wissen, dass die Ghorkas sich auch als „ stolze Krieger“ verstehen und das traditionelle „Kukri“, ein schweres Messer, das auch als universelles Werkzeug beispielsweise zum Holzhacken verwendet wird, ständig bei sich tragen.

Das Kukri ist aber auch eine tödliche Waffe. Und nicht von ungefähr ist ein Ghorkaregiment noch immer als Elitetruppe bei den englischen Streitkräften im Dienst. Der Stolz der Ghorkas und ihre Verbundenheit mit ihren Traditionen imponierte mir immer. Natürlich lehne ich als Pazifist jegliche Gewalt kategorisch ab.

Mehrmals habe ich als hohe Ehre der Freundschaft selbst ein Kukri als Geschenk überreicht bekommen. Eine Geste mit sehr enormer symbolischer Bedeutung. So ehren die Ghorkas traditionell einen Freund und sagen ihm damit, dass man ihm voll vertraut und ihm deshalb mit dem Kukri eine ebenbürtige Waffe übergibt.

 

 

Ein kleiner Rückblick auf 30 Jahre OASIS-Versand

Ein kleiner Rückblick auf 30 Jahre OASIS-Versand

 

Vor nunmehr 30 Jahren habe ich mit zwei Partnern, die schon lange nicht mehr dabei sind, die Firma OASIS gegründet. Ich bin damit der Einzige aus dem Gründungstrio, der noch aktiv im Geschäft ist. Damals gab es zwar eine gewisse Aufbruchstimmung in Sachen Bioprodukte, aber noch kaum etablierte Normen für den Bioanbau. Die Laboranalytik war noch meilenweit von dem entfernt, was wir heute kennen. Vieles war tatsächlich so, wie man es heute gerne persifliert: Rosa Latzhosen tragende Sozialpädagogen hatten eine Vision (meine eigenen Arbeits(latz)hosen waren und sind übrigens immer noch rot)… – von der so manche wegen mangelnder Professionalität und Beständigkeit baden ging.

Im Teebereich gab es schlicht noch fast  gar nichts, was man echten Bioanbau hätte nennen können. Ich war komplett fachfremd, denn ich hatte Bauingenieurwesen studiert. „Ideale“ Voraussetzungen also um einen Bioteehandel und eine Bioteeverarbeitung oder gar den Bioanbau zu starten.Logo - Danke für 30 Jahre Bio-Genuss - 1987-2017 - OASIS-Versand

Auch wenn uns niemand so recht zutraute, dass das etwas werden konnte mit unseren Ideen, so ließen wir uns nicht beirren. Wir vertrauten darauf, dass man etwas ändern und verändern kann, wenn man nur wirklich daran glaubt und nicht aufhört daran zu arbeiten.

> Unser erster Schritt war die Entwicklung einiger Früchtetees mit natürlichen Aromen – darunter unser Bio-Früchtetee-Walderdbeere, den es noch heute gibt. Fast zeitgleich waren wir eine der allerersten, wenn nicht die allererste Teefirma in Deutschland die konsequente, chargenbezogene Rückstandsanalysen aller Tees einführte.

Unverzüglich begannen wir auch damit den Bioanbau für Tee aufzubauen. Damals gab es schlicht noch fast nichts in dieser Richtung was man systematischen und kontrollierten Bioanbau nennen konnte. In vielen Ländern, wie Indien, Bangladesch, Tansania, oder Südafrika leisteten wir absolute Pionierarbeit.

Meine härtesten, aber auch schönsten Jahre waren die dafür nötigen, zahlreichen Reisen in die Teeanbauländer. In diesen Ländern traf ich viel Schönes, aber auch sehr viel Armut und noch mehr Unkenntnis über den Bioanbau. Schön, dass ich hier als einer der Allerersten so viel Bio-Pionierarbeit im Teebereich leisten durfte. Diesen oft schwierigen aber auch sehr intensiven „Lehrjahren“ und vielen tollen Fachleuten, von denen ich wahnsinnig viel lernen durfte, verdanke ich viel von meinem umfangreichen Wissen über Bio-Tee, aber auch über Bio-Gewürze, Bio-Weine und vieles mehr.

Dieses Wissen und meine Leidenschaft (manche nennen mich auch stur, weil ich nur hochwertige Qualitäten akzeptiere)  für wunderbare, authentische Lebens- und Genussmittel können Sie schmecken, wenn Sie bei uns bestellen. Jedenfalls hoffe ich das sehr.

 

Seit 30 Jahren Bio-Genuss und -Qualität > hier bestellen!

 

In den nächsten Newslettern werde ich Ihnen noch viele Geschichten aus der OASIS-Geschichte erzählen. Einige finden Sie schon hier in unserem Blog – unter „Geschichte und Geschichten“. Bleiben  Sie gespannt und neugierig.

 

Ralph Munz
Gründer, Geschäftsführender Gesellschafter, OASIS-Versand

 

 

Sonderberichterstatterin der UN fordert:
Ende der Pestizid-Landwirtschaft

Sonderberichterstatterin der UN fordert: Ende der Pestizid-LandwirtschaftDie UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Hilal Elver, hat beim UN-Rat für Menschenrechte am 7.März einen Bericht zu den Risiken von Pestiziden für die Welternährung vorgelegt.

Der neue UN-Bericht bestätigt in aller Deutlichkeit, dass Pestizide Teil des Problems sind und nicht etwa die Lösung. Der Bericht empfiehlt ausdrücklich ökologische Formen der Landwirtschaft als Lösung für die Welternährung. Diese müssten weltweit viel stärker gefördert werden, ob in der Entwicklungszusammenarbeit oder anderen Politikfeldern und kommt auch zu dem Schluss, dass nur die ökologische Landwirtschaft langfristig das Nahrungsangebot für die Weltbevölkerung sicherstellen kann.

Die Empfehlungen von Hilal Elver lesen sich fast durchgängig, wie das, was wir beim OASIS-Versand schon seit 30 Jahren fordern und fördern. Nämlich den Verzicht auf chemische Pestizide und dafür eine naturnahe, ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Auch stellt sie fest, dass es grundsätzlich genügend Nahrungsmittel für alle gebe – eine These, die ich seit Jahren vertrete.

Ich habe aus dem langen Bericht der sich als Dokument A/HRC/34/48 bei der UN finden lässt, einige Passage extrahiert und aus dem Englischen übersetzt.

Wollen wir alle hoffen, dass auch die Bundesregierung, namentlich Landwirtschaftsminister Schmidt, endlich handelt, anstatt wirkungslose Maßnahmen anzukündigen, die dann komplett im Sande verlaufen.

Ralph Munz
Gründer, Geschäftsführender Gesellschafter, OASIS-Versand

PS: Das Originaldokument finden Sie hier. Die dazugehörigen Übersetzungen werden Ihnen für die Punkte 91 und 104-107 angezeigt. Klicken Sie hierzu einfach auf die gelben Notiz-Icons.

 

 

 

OASIS-Bio-Grüntee-Komposition „Bio-Detox-Tee“ heißt jetzt „Lebe leicht“

OASIS-Bio-Grüntee-Komposition Bio-Detox-Tee heißt jetzt „Lebe leicht“Mehrere deutsche Gerichte, darunter das OLG Celle, haben entschieden, dass ein Lebensmittel-Tee generell nicht Detox-Tee genannt werden  darf.  Eine Entgiftungswirkung, die mit dem Begriff „Detox“ suggeriert würde, sei nicht durch die so genannte „Health Claims Verordnung“ der EU für Wirkungsversprechen bei Lebensmitteln gedeckt.

Damit darf der Begriff „Detox“ für Lebensmitteltees nach Auffassung des Oberlandesgerichts generell nicht mehr verwendet werden.

Wir halten uns ohne wenn und aber an die Rechtslage, beugen uns dem Richterspruch und nennen unseren beliebten Bio-Tee, dessen Zutaten und Bestellnummer (ArtNr.6378) im Übrigen unverändert bleiben, ab sofort „Lebe leicht“.

 

 

Zum 3. Mal bestes Bio-Weingut

Bio-Weingut aus der Pfalz an der Spitze

Wir gratulieren Gerhard Schwarztrauber

Wir gratulieren Gerhard Schwarztrauber
zum besten nationalen Bio-Weinerzeuger

Das Bio-Weingut Schwarztrauber wurde am 16. Februar auf der BioFach in Nürnberg, nach 2015, und 2016 zum dritten Mal in Folge als bester Bio-Weinerzeuger Deutschlands für 2017 ausgezeichnet. Ein Triple-Triumph wie ihn noch kein anderes Bio-Weingut in Deutschland geschafft hat.

Natürlich habe ich unseren langjährigen, lieben Freunden Gerhard und Petra Schwarztrauber sofort nachdem die Ergebnisse vor einer Woche bekannt wurden, ganz herzlich zu Ihrem überragenden Erfolg gratuliert. Diese Konstanz auf höchstem Niveau zeigt ganz deutlich, wie viel Können, Leidenschaft und über 30 Jahre Bioland-Weinbau bei den Schwarztraubers zu absoluten Spitzenweinen führen.

Schon seit weit über 10 Jahren sind der OASIS-Versand und die Schwarztraubers Partner und Freunde und wir treffen uns regelmäßig. Als ich Gerhards Weine vor ca. 13 Jahren das erste Mal probiert habe, war ich gleich von der Vielfalt und dem handwerklichen Können begeistert und überzeugt. Doch Gerhard schafft das völlig Unmögliche. Er setzt jedes Jahr noch einen Tick Klasse drauf und macht noch großartigere Weine. Mehr Infos im Interview von 2016!

Weit über 500 Spitzen-Bioweine haben die Fachleute des renommierten internationalen Bioweinpreises Mundus BioFACH auch dieses Jahr wieder verkostet und bewertet. Allein dieses Jahr gab es 5 mal Gold und 4 mal Silber für Schwarztrauber Weine.

Bestellen Sie die Siegerweine für kurze Zeit bei uns. Zum shop.

Warum mancher Darjeeling jetzt nicht mehr Darjeeling heißen darf

warum mancher Darjeeling jetzt nicht mehr Darjeeling heißen darfVielleicht haben Sie schon bemerkt, dass wir bei einigen unserer Tees die Namen geändert haben. So wurde z.B. aus dem Darjeeling Earl Grey nun der Tiger Hill Earl Grey. Dabei hat sich an der Zusammensetzung und Qualität des Tees rein gar nichts geändert. Aber an der Rechtslage. Tiger Hill ist übrigens ein berühmter Aussichtspunkt in Darjeeling.

Das Tea Board of India („Behörde für Tee“) hat Darjeeling als geschützte geografische Herkunftsangabe bei der EU registrieren lassen – die Regelung trat Ende November in Kraft.

So richtig wir es finden, dass nicht irgendwelche Tees oder Mischungen als Darjeeling verkauft werden dürfen, so schlecht und unsinnig finden wir manche Regelung innerhalb dieser neuen Herkunftsangabe. So hat man darin schlicht grüne oder weiße Darjeelings ausgeklammert. Auch ein Darjeeling Rosentee darf wohl in Zukunft nicht mehr so heißen und eben auch nicht unser Darjeeling Earl Grey.

Ralph Munz im Gespräch mit banerjeeIch habe schon vor acht! Jahren im direkten Gespräch mit dem damaligen Chef des Teaboards, B. Banerjee diese Problematik diskutiert. Es müsse doch möglich sein dass wir einen Tee, der wie unser Darjeeling Earl Grey, beim Teeanteil zu 100% aus Darjeeling besteht, auch Darjeeling nennen dürfen. Auch sei es unsinnig, dass man nun keinen grünen Darjeeling mehr als Darjeeling verkaufen dürfe. Leider hat sich das Tea Board bis heute nicht bewegt.

So kommt es zu der völlig inakzeptablen Regelung dass viele Dinge, die echter Darjeeling sind, oder echten Darjeeling enthalten, nicht mehr so genannt werden dürfen.

 

 

Vielleicht haben Sie ja Lust, Ihre Meinung zu diesem bürokratischen Unsinn direkt an den indischen Botschafter, Gurjit Singh in Berlin zu senden. Eine Mustermail mit Mailadresse finden Sie unten. Natürlich können Sie ihm auch auf deutsch schreiben. Wir würden uns freuen wenn gerade auch TeetrinkerInnen Stellung beziehen würden.

 


 

Mail an: amboffice.berlin@mea.gov.in
Betreff: Darjeeling specialties

 

Dear Mr. Ambassador,

my organic tea supplier, OASIS-Versand, Empfingen has informed me that some Darjeeling specialties cannot any longer being called Darjeeling.
I am pleased to note that the Tea Board of India has taken action to register Darjeeling as PGI with the European Union to ensure good high and authentic Darjeeling quality tea.
But I like to bring to your notice that I cannot understand nor support the idea that teas which are produced as green or white teas in Darjeeling or those blended i.e. with rose petals in Darjeeling itself, cannot be marketed as Darjeelings anymore. Why should I buy expensive Darjeeling tea and blends if I do not know that it is Darjeeling…
Kindly report to the Indian government as well as to the Tea Board of India that this present regulation is confusing us consumers and that it is jeopardizing the sale of Darjeeling tea specialties.

Yours sincerely
Bitte hier Ihren Namen einsetzen

 


 

 

 

 

Informationen zum Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung und Dürre

Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung und DürreDurch Desertifikation (Wüstenbildung) sind mehr als 250 Millionen Menschen betroffen, sie kostet jährlich ungefähr 42 Milliarden Dollar und bedroht die Lebensgrundlage von rund 1 Milliarde Menschen. Seit 1995 findet daher am 17. Juni der Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung und Dürre statt.

Die kontrolliert-biologische Landwirtschaft leistet auch hier einen wichtigen Beitrag um Wüstenbildungen und Bodenerosionen zu verhindern. So ist z.B. Bodenbegrünung und Gründüngung im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft, wo oft alle Gräser und Beikräuter mit Glyphosat weggespritzt werden, in der Bio-Landwirtschaft meist sogar vorgeschrieben. Das verhindert Austrocknung und das Abwehen von Humus und sorgt für ein fruchtbares Bodenleben.

 

 

 

Mit dem Fahrstuhl ins Jahrhundertloch –
Gotthard-Basistunnel

Mit dem Fahrstuhl ins Jahrhundertloch

Mit  Ralph Munz auf Baustellebesuch im längsten Eisenbahntunnel der Welt.
(geschrieben 2009 von Ralph Munz für eine Zeitung)

*****

Sedrun, Kanton Graubünden, Schweiz, Sonntag 7.45 Uhr, Staziun Alpina. Auf dem kleinen Bahnsteig steht die stählerne Grubenbahn bereit. Einige Mineure warten noch etwas verschlafen auf ihren Schichtbeginn, rauchen eine Zigarette, stecken sich den Ohrenschutz in die Ohren. Die Overalls mit den Leuchtstreifen, die auch wir tragen, leuchten in der etwas schummrigen Atmosphäre. An die Gefahren, die hier überall lauern, erinnert eindringlich der Krankenwagen, der jederzeit abfahrbereit direkt auf dem Bahnsteig bereit steht.

Wir, das sind Frank Mack, Ralph Munz mit Ehefrau Christine Herbert, sowie unser Führer Michael Müller, steigen ein. Die Diesellokomotive rattert schon und noch einmal schärft uns Michael Müller, Baustellenleiter der Thyssen-Schachtbau, die wichtigsten Sicherheitsvorschriften ein: „Alles was sich bewegt, jedes Fahrzeug, jede Bahn hat Vorrang. Immer eine sichere Nische suchen“. Immer direkt bei uns tragen müssen wir im Rucksack den Sauerstoffselbstretter, der uns im hoffentlich nicht eintretenden Notfall, für einige Zeit mit Atemluft versorgen könnte.

Die Grubenbahn setzt sich lautstark quietschend in Bewegung und ist auch gleich am Talgrund im 1000m langen Zugangsstollen verschwunden. Dunkelheit umfängt uns. Am Ende der Fahrt heißt es aussteigen, sich sputen. Die Sicherheitscodekarte die jeder, der in den Berg will, immer mitführen muss öffnet die Sperre, hinter die normalerweise keine Besucher gelangen können. Der Förderkorb wartet schon. Alles muss schnell gehen. Personentransporte werden nur alle zwei Stunden in den engen Zeitplan eingeschoben. Wir stehen im Förderkorb auf Eisenbahnschienen, halten uns an Ketten an den Wänden fest, wissen nicht so genau, was auf uns zukommt, wenn sich jetzt die Türen schließen. Es gibt außer vereinzelten Grubenlampen der Mineure kein Licht im Korb, der sich jetzt zu seiner rasenden Fahrt 800 m hinunter in des größte Loch der Schweiz in Gang setzt. Eine Fahrt fast wie zum Mittelpunkt der Erde.

Ein Mineur richtet seine Lampe auf die roh mit Beton gespritzten Schachtwände, die an uns vorbeirasen. In knapp hundert Sekunden erreichen wir das Tunnelniveau des neuen Gotthard-Basistunnels. Jetzt schnell raus aus dem Förderkorb, der Aufenthalt unten am Schachfuß ist gefährlich, es könnten lose Brocken herunterdonnern.

Feuchte Wärme umfängt uns, dazu ein Gewirr von Schienen, Leitungen, Rohren, mit Spritzbeton gesicherte Tunnelwände und viel Lärm. Überall mahnen verdreckte Schilder „Stop risk“ daran, dass wir uns hier auf einer der gefährlichsten, aber auch spannendsten Baustellen der Welt befinden. Seit Beginn der Arbeiten im Jahr 1996 ließen schon einige Menschen ihr Leben im Berg. Meist durch „normale Unfälle“ mit Fahrzeugen usw. Nur einer starb durch Steinschlag.

In diesem feuchten ungemütlichen Loch sprengen die Mineure den längsten Eisenbahntunnel der Welt. 57 km, zwei Röhren, 13 Millionen Kubikmeter Gestein, soviel wie fünf Cheops-Pyramiden. Alle 325 m gibt es Querstollen aus Sicherheitsgründen. Das sind die nackten Zahlen die den Gotthard-Basistunnel beschreiben. Wenn voraussichtlich 2017 die ersten Hochgeschwindigkeitszüge mit 250 km/h durch die glatten Betonröhren des Gotthardtunnels rasen, wird kaum noch etwas an die Strapazen, an die technischen und logistischen und finanziellen Herausforderungen erinnern, denen sich sowohl die Schweizer Bevölkerung als auch die Geologen, Vermesser, Ingenieure, Mineure und viele weitere gestellt haben.

Per Volksentscheid haben die Schweizer entschieden, die Mehrwertsteuer um 0,1% für den Bau der NEAT, der Neuen-Eisenbahn-Alpen-Transversale zu erhöhen. Neben den Einnahmen aus der Schwerverkehrsabgabe ist sie es, die die heute geschätzten 15 Milliarden Franken Baukosten (Anmerkung vom 01.06.2016: es reichten dann doch 11 Milliarden CHF) für den Gotthardtunnel finanziert. Viele weitere Tunnel- und Brückenprojekte müssen daneben noch gebaut werden oder sind teils schon fertig um die Vision der Schweizer Wirklichkeit werden zu lassen: Der Schwerlastverkehr muss auf die Schiene.

Im Tunnel nimmt uns die etwas unheimliche Welt gefangen. Wir fragen uns, wie fühlt sich das für jeden von uns an, zu wissen, dass sich über uns 1800 m hoch der Fels türmt? Was wäre, wenn es jetzt plötzlich z.B. einen Wassereinbruch gäbe, was wenn ein Feuer ausbräche?

Diese Gedanken verdrängen wir schnell, denn die Eindrücke dieses Superlochs sind viel gewaltiger. Neben der Sicherheit wird auch Umweltschutz groß geschrieben. Unten, in den Nähe der Förderschächte gibt es eine riesige Kläranlage, in der das massenweise anfallende Bergwasser gereinigt wird, um es dann mit starken Pumpen 800 m nach oben ans Tageslicht zu befördern. Ein Teil dient für die Versorgung der gewaltigen Betonfabrik hier unten im Berg. Durchschnittlich 500 Kubikmeter Beton werden hier in der Unterwelt täglich für die Versorgung der Baustelle hergestellt. Ein eigenes Betonlabor direkt im Tunnel überwacht die Güte rund um die Uhr. Speziell für diese Baustelle wurde sogar ein feuerbeständiger Beton entwickelt.

Nach einer Besichtigung der gigantischen Kühlanlagen, mit denen die teilweise über 40 Grad Celsius heiße Luft (die Erdwärme wird hier buchstäblich am eigenen Leib spürbar) auf einigermaßen erträgliche 27 Grad herunter gekühlt wird um ein Arbeiten überhaupt zu ermöglichen, fangen wir in der feuchtwarmen Atmosphäre schon an zu schwitzen.

Angesichts der riesigen Maschinen, Anlagen, Bahnen und Werkstätten hier unten in der Welt, die nie einen Strahl Tageslicht sieht, staunen wir, wie es gelingen konnte, diese gewaltigen Mengen an Material durch die engen Förderschächte herunterzubekommen. Diese Logistik ist übrigens eine der schwierigsten Aufgaben die es jeden Tag auf‘s Neue zu lösen gilt. Was zählt ist Sicherheit und die Anzahl der neu aufgefahrenen Tunnelmeter. Meter bringen Geld, so heißt es hier.

Die Dimensionen der sogenannten Multifunktionsstelle im Umkreis des Schachtfußes sind gewaltig. Ursprünglich sollte hier einmal ein Bahnhof in der Unterwelt der Alpen entstehen, der den abgelegenen Kantone Graubünden und Uri besser mit dem Rest der Welt verbinden sollte. Vor allem im Winter ist Sedrun nur mit großen Umwegen erreichbar. Später entschied man dann jedoch, dass es zumindest vorläufig nur eine Nothaltestelle werden wird.

Die Grubenbahn wartet schon. Wir müssen uns sputen, denn alles läuft in Schweizer Präzision genau nach Fahrplan. Wer zu spät kommt muss warten. Ruckelnd, quietschend setzt sich die Bahn in Bewegung. Durch die vergitterten Fenster weht der Fahrtwind, die Neonlampen zucken vorbei, die Lüftungsaggregate dröhnen. Auf halber Strecke passieren wir eine so genannte Wetterschleuse, in der die Luft, die das Atmen hier unten überhaupt ermöglicht, in die richtige Richtung, in den richtigen Stollenabschnitt geblasen wird. Dazwischen wird es plötzlich sehr warm. Müller lacht und sagt: „Wir sorgen dafür, dass hauptsächlich in den Bereichen in denen aktuell gearbeitet wird, das Wetter, (Anm.: so nennen die Bergleute die Belüftung), stimmt.“ Auf die Frage, welches denn die höchsten Temperaturen seien, denen die Arbeiter hier unten ausgesetzt seien, antwortet er schmunzelnd:“Unsere Thermometer hören alle bei 27°C auf – mehr erlaubt die SUVA (die schweizerische Berufsgenossenschaft) nicht.

Die Bahn hält, wir steigen aus. Der allgegenwärtige, mit Stahlfasern armierte Spritzbeton an den Wänden weist an vielen Stellen Risse auf. Hier tobt sich der Berg noch aus, nachdem man ihn ausgebrochen hat. Überhaupt zählt der Abschnitt Sedrun des Tunnels zu den kompliziertesten. Schwierigste geologische Bedingungen erschweren die Arbeit und lassen den Einsatz von Tunnelbohrmaschinen nicht zu.  Das Gebirge ist verworfen, hat Risse, Verschiebungen von 70cm und mehr.  Der an viele Stellen vorkommende Glimmerschiefer ist blättrig und neigt zum Abbrechen. Alle paar Tunnelmeter können sich die geologischen Verhältnisse wieder ändern. Es müssen alle 2 – 3 Meter schwere, stählerne Sicherungsbogen eingebaut werden. Diese sind so konstruiert, dass sie sich verformen können um die immensen Kräfte, die der Berg erzeugt, abbauen zu können. Nach einiger Zeit hat sich dann das Kräftegleichgewicht wieder eingestellt und die Gewölbewirkung kann, ähnlich den gotischen Kathedralen, den Bergdruck aufnehmen.

Die Schienen der Grubenbahn enden hier, genauso wie der Sohlenbeton. Dafür stehen wir jetzt teilweise bis zum Rand unserer schweren Sicherheitsgummistiefel im Schlamm. Müller macht uns darauf aufmerksam, dass in rund 350 m Abstand die Maschinen zurückgezogen werden. Eine Sirene heult auf, Detonationen erschüttern dumpf grollend den Berg und gleich weht uns eine Druckwelle um die Ohren. Die Lutte, das ist der Luftschlauch für die Versorgung mit Frischluft wird durchgeschüttelt. Gleich danach breitet sich beißender Ammoniakgeruch aus. Die Lüftung läuft auf Hochtouren um die giftigen Sprengschwaden abzusaugen. Die Sprengung war erfolgreich, die Luft ist von Gesteinsstaub geschwängert.

Wir durften, was nur ganz selten Außenstehenden vergönnt ist, gerade eine Sprengung „live“ miterleben. Und wir dürfen, eskortiert vom Schichtführer, der vorausgeht und von Müller, der von hinten sichert, an die so genannte Ortsbrust und dort nach dem erfolgten Abschlag, als erste das jungfräuliche Gestein, das noch niemals zuvor ein Mensch in Jahrmillionen gesehen hat, anschauen. Noch immer hängt der Ammoniakgeruch des Sprengstoffes beißend in der Luft, aber dieses Gefühl hier in der Unterwelt etwas zu sehen, was noch nie zuvor jemand gesehen hat, ist überwältigend.  Einige Erinnerungsfotos müssen sein, aber wir müssen uns sputen, denn schon laufen die riesigen Radlader an um zu schuttern, also das soeben herausgesprengte Gestein herauszubaggern. Mit Vollgas rammt sich die Schaufel des Laders in die Felsbrocken, Schaufel zurückneigen und mit Vollgas wieder rückwärts. Der Lärm ist, trotz der Ohrenstöpsel ohrenbetäubend. Einige Meter zurück stoppt der Radlader und kippt dank seiner speziellen Konstruktion seine ganze Ladung wegen der engen Platzverhältnisse seitlich in den bereits auf Hochtouren rotierenden Gesteinsbrecher. Seine Walzen zermalmen unter lautem Quietschen, Krachen und Donnern die Brocken in handtellergroße Teile, die dann gleich mit dem kilometerlangen Förderband abtransportiert werden.

Einige Meter von der Sprengstelle entfernt donnern mehrere Pressluftbohrer eines sogenannten Bohrjumbos. Innerhalb von ein, zwei Minuten fressen sie sich mehrer Meter in den Tunnelfirst. Rohrähnliche Anker werden von den Mineuren eingeschoben. Ein Schlauch wird angeschlossen und Wasser mit Hochdruck eingepresst. Die Swellex-Anker biegen sich unter dem Druck auf und pressen sich fest an das Bohrloch. Jetzt werden Ketten eingehängt und an diese wiederum Stahlschienen an denen später die ganze technische Ausrüstung wie Luftversorgung, Abwasser der Pumpen, Pressluft usw. hängen. 2,5 Tonnen muss jeder Anker halten, auf 7,5 Tonnen Zugkraft wird jeder geprüft. Auch hier wird wieder deutlich, welch gewaltiger Aufwand erforderlich ist. Später, wenn die Tunnelröhre mit Spezialfolien abgedichtet und mit Beton ausbetoniert wird, müssen die gesamten Installationen zuvor wieder herausgebaut werden.

Als wir gerade beobachten, wie die Anker verpresst werden, nähert sich ein Mineur mit einer Tasche und schenkt uns knusprige Blätterteiggipfel (Hörnchen) von seinem Vesper. Wir bedanken uns mit einem „Glück auf“ und merken, wie groß und wichtig, ja überlebenswichtig hier die Kameradschaft unter den Mineuren ist. Jeder ist für jeden verantwortlich, jeder sichert das Überleben des anderen in dieser lebensfeindlichen Unterwelt.

Es ist Zeit für die Rückfahrt mit der Grubenbahn. Mit verdreckten Stiefeln, durchgeschwitzten Overalls, aber um absolut einmalige Eindrücke reicher, treten wir die Rückfahrt an.

Am Schachtfuß besichtigen wir, welchen Weg das herausgesprengte Gestein nimmt. Güterzüge mit prall gefüllten Loren fahren an die Förderanlage heran. Die einzelnen Wagen werden vollautomatisch in den Förderkorb geschoben und dort gesichert. Der Korb fährt einige Meter hoch, die zweite Etage wird mit weiteren zwei Waggons beschickt und fährt sofort los ganz nach oben. Alles geht vollautomatisch, rund um die Uhr. Nur in der Nacht von Sonntag auf Montag ruht der Betrieb meist für zwei, drei  Stunden. Die Zeit für die Geodäten und Markscheider, also die Vermessungsingenieure, die dann ihre Präzisionsmessungen vornehmen können, die unter laufendem Betrieb so nicht möglich wären.

Auch wieder so ein Gegensatz der fasziniert. Auf der einen Seite geht es mit Sprengungen und schweren Maschinen sehr grob zu, andererseits müssen die Vermesser eine schier unglaubliche Präzision an den Tag legen, damit sich die Mineure in Sedrun mit ihren Kollegen, die von der anderen Seite her den Berg durchörtern, auch an der vorgesehenen Stelle treffen, präzise den Durschlag schaffen und sich die Hände schütteln können. Teilweise mussten hierfür ganz neue Messverfahren entwickelt werden. Die bisherigen Durchschläge an den anderen Teilabschnitten des Tunnels erfolgten mit einem Versatz von teilweise weniger als ein Zentimeter. Schier unglaublich wie das möglich ist.

Am Schachtfuß müssen wir noch kurz warten bevor wir wieder 800m nach oben rauschen werden. „Stop risk“ erinnert uns ein weiteres Schild noch einmal daran, wie gefährlich diese Arbeitsplätze sind. Die Türen öffnen sich, wir steigen ein, weitere Mineure steigen zu, sie haben ihre Schicht beendet, sehen erschöpft aus und schweigen. Der Aufzug zieht an, Wind bläst uns durchs Gesicht, wir merken nun, da wir gegen das Wetter, also die eingeblasene Luft fahren, wie schnell wir durch den 800m Schacht nach oben rasen.

Aussteigen und wieder die Sicherheitsschleuse durchschreiten. Gerade kommt die Grubenbahn durch den Zugangsstollen – mit an Bord eine Gruppe Besucher, die aber nur bis zum Schachtkopf dürfen. Wir schätzen uns glücklich, dass wir viel mehr erleben durften und rattern unter ohrenbetäubendem Quietschen durch den Zugangsstollen wieder ans Tageslicht, wo uns bei Kaiserwetter die malerische Bergwelt des Kantons Graubünden empfängt.

 

 

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