Auf der BioFach 2012 – Neuheiten und alte Freunde

Am gestrigen Mittwoch, war ich zusammen mit meiner Frau zu Besuch auf der BioFach, der weltgrößten Messe für Bioprodukte in Nürnberg. Der Besuch ist jedes Jahr ein Pflichttermin, aber auch ein Termin der viel Freude verspricht.

Trotz des schlechten Wetters, mit viel Schneefall, erreichten wir die Messe gut und konnten gleich den ersten Stand nach meinem umfangreichen Plan, den ich mir erstellt hatte, aufsuchen Am riesigen Stand eines unserer Biowein-Partner, der wie jedes Jahr mit Rollrasen ausgelegt ist, informierten wir uns über Neuheiten und verkosteten auch den einen oder anderen Wein. Allerdings würde ich nie auf solch einer Veranstaltung und nur nach der Verkostung einer Probe einen Wein einkaufen. Es hat sich sowohl beim Wein, wie auch beim Tee oder vielen anderen Produkten bewährt, dass ich immer alles in Ruhe und unter standardisierten Bedingungen zuhause in der Firma verkoste und bewerte.

In einer der neuen, großen, lichtdurchfluteten Hallen findet die „Vivaness“ statt, sozusagen der Naturkosmetikableger der BioFach. Am Stand von lavera, trafen wir Thomas Haase, den Gründer und Chef von lavera. Wir kennen uns nun schon über 15 Jahre, weshalb wir uns natürlich nicht nur über rein geschäftliche Dinge austauschen. Thomas zeigte mir auf seinem Smartphone ein kleines, recht beeindruckendes Video seiner neuesten Tubenfüllmaschine. Ich bin gespannt, wie Ihnen die neue Tubenform von lavera, mit ihren runden Enden gefallen wird.

Weiter ging es auf der Suche nach Rohstoffen, die für Tee geeignet sein könnten. Gewürze, Kräuter, aber vor allem Trockenfrüchte habe ich gesucht und ich glaube, auch das Eine oder Andere gefunden. Mal sehen, ob die Früchtchen das halten, was sie versprechen, wenn ich in meiner Probierstube die ersten Versuche mache.

In diesem Jahr ist Indien das Partnerland der Messe, weshalb sich der Subkontinent natürlich besonders groß und mit überraschend vielen Ausstellern präsentierte. Was mir aber immer das Wichtigste ist, das sind die herzlichen Begegnungen mit den vielen Freunden. So traf ich z.B. Ajay Kichlu, den Verkaufsleiter der Firmengruppe Chamong. Ajay kenne ich nun auch schon Jahrzehnte. Klar, dass die Begrüßung erst mal mit einer innigen Umarmung beginnt. Und klar auch, dass wir uns austauschen, wie es unseren Familien geht, was es Neues gibt, ob alle gesund sind usw. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich vorhabe im Mai wieder nach Indien zu reisen um mir wieder ein ganz aktuelles Bild in den Teegärten zu machen.

Riesengroß auch die Freude, als wir Sarath Ranaweera aus Kandy in Sri Lanka trafen. Ich wollte von ihm wissen, wie weit denn die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten nach dem verheerenden Tsunami von 2004 gediehen seien. Sarath erzählte, dass die Schäden weitestgehend beseitigt seien und dass der Tourismus jetzt wieder kräftig anziehe. Außerdem schilderte er mir aber, wie er mit seiner Firma noch immer 55 Waisen unterstützt, damit diese eine Zukunft haben. Das finde ich großartig.

Natürlich haben wir auch zurück geblickt. Gerne erinnerten wir uns, als ich dabei war, als er seine erste winzige Teeprodution in einem Dorf mit Kleinbauern eröffnete. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Götter mit Rauch und mit einem Opfer aus Kokosnüssen um guten Beistand gebeten wurden. Offenbar hat es genutzt, denn Saraths Firma ist gewachsen. Neben Tee werden heute auch Gewürze und alte, traditionelle Reissorten angebaut und weiter verarbeitet.

Den Abschluss unseres Besuchs bildet mittlerweile fast schon traditionell der Besuch auf einem Stand von kleinen selbständigen schweizerischen Käsemeistern. Wir kennen uns jetzt auch schon einige Jahre und es gibt immer ein großes Hallo. Und natürlich tolle Käseplatten mit exzellenten Bio-Bergkäsen.

Obwohl auf der BioFach mittlerweile über 2.400 Aussteller aus 83 Ländern weit über 100.000 Bioprodukte präsentieren ist es für uns, die wir seit nunmehr 25 Jahren im Biobereich tätig sind, immer auch ein Besuch von guten Freunden.

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