Aktuelles aus Darjeeling

Der Streik in Darjeeling geht unbefristet weiter, die Teegärten bleiben geschlossen und auch das öffentliche Leben in Darjeeling ist lahmgelegt. Auch das Treffen am 18. Juli in Kalimpong brachte keine Lösung des Konflikts. Kalyan Dewan, der Sprecher des Streikkommittees sagte: „Der ganze Streik muss nach Delhi zur Zentralregierung getragen werden, denn nur da kann das Problem entschieden werden.“ Das nächste Treffen ist deshalb für den 1. August in Neu Delhi terminiert. Dort soll es Demonstrationen und Hungerstreiks geben.

In der Zwischenzeit gab es in Darjeeling blutige, teils tödliche Zusammenstöße. Schon 9 Menschen sind zu Tode gekommen. In der kleinen Stadt Mirik wurden mehrere öffentliche Gebäude, darunter auch eine Stromversorgungsstation angegriffen und niedergebrannt.

Den Schulen erlauben die Streikenden immer noch keinen Schulbetrieb. Dies ist besonders problematisch, weil jetzt die zentralen Prüfungen anstehen und in den „Hills“ zahlreiche Internate angesiedelt sind.

 

Der Streik in Bildern – Hier gehts zum Video.

 

Darjeeling streikt weiter – Treffen bringt keine Lösung

Darjeeling streikt weiter - Treffen bringt keine Lösung - basierend auf Zeitungsartikeln aus Indien vom 7.7.2017

Öffentliches Leben weiter komplett lahm gelegt. Auch Schulen bleiben geschlossen. Versorgung mit Lebensmitteln wird immer prekärer.

Von Ralph Munz, OASIS-Versand

Darjeeling: Am gestrigen Donnerstag trafen sich alle politischen Parteien zu Beratungen. Es wurde beschlossen weiter zu streiken und sich am 18. Juli erneut zu treffen.

 

Gestern, am 22. Tag des Generalstreiks in Darjeeling, trafen sich alle am Streik beteiligten politischen Parteien im Mädcheninternat St. Georges School in Pedong nahe der Stadt Kalimpong. Alle politischen Führer riefen dazu auf, den Streik in voller Härte und ohne jegliche Ausnahmen fortzusetzen.

Mann Ghising, Präsident der Ghorka National Liberation Front, erklärte schon am Mittwoch, dass das einzige Ziel des Streiks ein unabhängiger Staat „Ghorkaland“ sei.

Um dies zu erreichen, so waren sich alle Parteien einig, könne es keine Ausnahmen geben. Noch nicht einmal humanitäre Ausnahmen um die zunehmend prekärer werdende Versorgungslage mit Lebensmitteln zu verbessern. Selbst die Schulen müssten geschlossen bleiben.

Ohne weitere Ergebnisse vertagte man sich auf das nächste Treffen am 18. Juli.

Damit ist zu befürchten, dass in diesem Jahr die komplette second-flush Ernte in Darjeeling ausfallen wird. Den Teegärten sind schon bis heute Verluste in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro entstanden.

Selbst wenn der Streik irgendwann endet, wird es längere Zeit dauern, bis die inzwischen wild ausgewachsenen Teebüsche (unser Bild)  wieder zurückgeschnitten und in einen „pflückfähigen“ Zustand gebracht werden können.  Etliche Teegärten mit festen Vorbestellungen für „second flush“-Tees, so genannten Forward-Kontrakten, haben inzwischen die Ausstiegsklausel „force majeure“ für höhere Gewalt geltend gemacht, da sie aufgrund des Streiks Ihre Lieferverpflichtungen nicht einhalten können.

Der OASIS-Versand berichtet weiter.

 

 

Bio-Tee-Rezepte – KALT: Golden Ice tea – Bio-Grüntee mit Aprikosen-Eiswürfeln

Golden Ice tea (Bio-Grüntee) mit Aprikosen-Eiswürfeln

 

Zutaten:

für die Aprikosen-Eiswürfel

  • 1-2  Aprikosen in kleine Würfel schneiden
  • 1 Zweig frischer Thymian (Blättchen abzupfen)
  • Wasser

für den Eistee

  • 800ml Wasser
  • 20g  OASIS-Bio-Grüntee Aprikose (BestNr.684)
  • 2 EL Blütenhonig (z.B. Sonnentor Bio-Creme-Honig BestNr. 29450)
  • 4 Zweige Pfefferminze, einen Zweig zurück behalten
  • 3 Zweige Thymian, einen Zweig zurück behalten
  • ½ TL Kurkuma (BestNr. 34043)
  • Zitronensaft

 

Zubereitung
für die Aprikosen-Eiswürfel:

Aprikosen und Thymian in eine Eiswürfelform verteilen, mit Wasser auffüllen, ca. 2 Std. gefrieren.

 

Zubereitung
für den Eistee:

Wasser in Stieltopf erhitzen, von der Platte nehmen und auf ca. 80°C abkühlen lassen. Grüntee zugeben, ca. 3 Min. ziehen lassen, Teeblätter herausnehmen oder abseihen. Honig darunterrühren, Pfefferminze, Thymian, Kurkuma und etwas Zitronensaft beigeben, auskühlen lassen.

In Gläser gießen, Aprikosen-Eiswürfel beigeben, mit der beiseite gestellten Minze und dem Thymian verzieren.

 

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Bio-Tee-Rezepte – KALT: Grüner Eistee mit Ingwer

Rezept: Grüner Eistee mit IngwerEistee kann man selbst auch ganz ohne Zucker herstellen. Das ist viel gesünder und sehr erfrischend.

 

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser
  • 25 g Bio-Grüntee Ingwer (BestNr.6246)
  • 2 Bio-Limetten
  • Evtl. Bio-Ingwer
  • Eiswürfel

 

Teeblätter mit ca. 80°C heißem Wasser übergiesen und ca. 3 Minuten ziehen lassen. Teeblätter abeseihen. Tee abkühlen lassen. Tipp: Tee schon am Vortag zubereiten und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Tee in einem Glas über reichlich Eis gießen. Limetten auspressen und zum Grüntee geben. Wer mag kann auch die Schale der Bio-Limetten abreiben und noch etwas fein geraffelten, frischen Ingwer zugeben.

Wir finden, dass Süßen hier nicht unbedingt nötig ist. Wer es süß mag, kann mit Honig oder anderen Süßungsmitteln süßen.

 

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Generalstreik legt Darjeeling lahm

Generalstreik legt Darjeeling lahm - Regierung entsendet ArmeetruppenRegierung entsendet Armeetruppen

Von Ralph Munz, OASIS-Versand

 

Darjeeling: Wieder einmal legt in Darjeeling seit Wochen ein Generalstreik für einen unabhängigen Staat „Ghorkaland“ die Bergregion und den Teeanbau lahm. Von den Streikenden wird dieser inzwischen zunehmend über „WhatsApp“ Nachrichten koordiniert und wird damit immer effektiver in der Durchsetzung.

Der aktuelle Generalstreik begann Mitte Juni. Die Premierministerin des Bundesstaates West-Bengal zu dem Darjeeling gehört, verbot erfolglos die Streiks. Darjeeling ist ein auch für Inder, gerade im Juni und Juli sehr beliebtes Ferienziel um der Hitze zu entfliehen. Als Folge des Streiks wurden in der nur über wenige Gebirgsstraßen erschlossenen Region schnell die Vorräte knapp und es kam auch zu Ausgangssperren.

Die Streikenden hinderten die Touristen daran, die Region mit Taxis, Bussen oder dem Toytrain zu verlassen. Daraufhin entsandte Premierministerin, Mamata Banerjee, starke Polizei- und Armeetruppen nach Darjeeling um tausende von Touristen mit Bussen aus der Krisenregion zu evakuieren.

Auch die Teegärten mussten in Folge des Streiks schließen und können nicht mehr produzieren. Das ist gerade jetzt, in der Zeit der höchsten Erntemengen des Jahres, ein herber Rückschlag für die, wegen der schwierigen topografischen Lage ohnehin wenig profitablen Teegärten. Im Teegarten Tukdah versuchten die Streikenden ein Bürogebäude in Brand zu setzen. Zwei davor parkende Regierungsfahrzeuge brannten aus.

Die Times of India berichtete in Ihrer Ausgabe vom 28. Juni, dass inzwischen auch die Vorräte an Medikamenten lebensbedrohlich knapp werden. R.K. Brailey der der Sekretär der Apothekervereinigung von Darjeeling sagte: „Wir haben kaum noch lebensrettende Medikamente. Die Vorräte reichen nur noch für einige Tage“.  Das für die Region zentrale und wichtige Krankenhaus in Darjeeling –Stadt verfüge nur noch über etwa 40 Blutkonserven.

Wegen des Streiks sind auch Lebensmittel sehr knapp geworden und die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich seit Beginn des Streiks verdoppelt. So kostet ein Kilogramm Kartoffeln inzwischen umgerechnet schon über einen Euro – ein sehr hoher Preis in einem armen Land. Nun wird versucht Lebensmittel aus dem Nachbarland Nepal und aus dem Nachbarstaat Sikkim herein zu schmuggeln. Besonders problematisch ist, dass die Bevölkerung wegen geschlossener Banken kaum noch über Bargeld verfügt mit dem sie überhaupt etwas kaufen könnte. Die Läden bleiben aus Angst vor Übergriffen geschlossen.

Der Hintergrund für die immer wiederkehrenden Streiks in Darjeeling ist, dass sich die mehrheitlich zum Volksstamm der Nepali gehörenden Ghorkas, weder vom Bundesstaat West-Bengalen noch von der Zentralregierung in Neu Delhi angemessen repräsentiert fühlen. Deshalb möchten Sie einen unabhängigen Staat „Ghorkaland“ errichten. Ein Ansinnen über das es seit Jahrzehnten Verhandlungen gibt, die aber immer mehr oder weniger ergebnislos verlaufen sind und das von der Unionsregierung abgelehnt wird.

Gemäßigte Kräfte haben für den Freitag zu einem „Friedens- und Einheitsmarsch“ in Siliguri am Fuß des Darjeeling-Distrikts aufgerufen.

 

Persönliche Anmerkungen vom Autor Ralph Munz:

Schon als ich vor fast 30 Jahren das erste Mal in Darjeeling war, eskalierte der Streit um die Unabhängigkeit immer wieder blutig. So wurden bei meinem ersten Besuch im Teegarten Seeyok , nahe der Grenze zu Nepal, in einer Nacht mehrere Ladenbesitzer im Teegarten ermordet. Damals war es wegen der Unruhen und Anschläge nur unter strengen Auflagen möglich, im Distrikt unterwegs zu sein. Ich musste mich etwa alle 10 Kilometer an einem Checkpoint an- bzw. abmelden und ich brauchte eine spezielle Genehmigung um überhaupt in Darjeeling reisen zu können.

Dazwischen war es dann einige Zeit ruhiger, da die Regierung den Ghorkas eine gewisse autonome Verwaltung des Gebietes und die Wahrung ihrer kulturellen Identität zugesichert hatte.

Dazu muss man wissen, dass die Ghorkas sich auch als „ stolze Krieger“ verstehen und das traditionelle „Kukri“, ein schweres Messer, das auch als universelles Werkzeug beispielsweise zum Holzhacken verwendet wird, ständig bei sich tragen.

Das Kukri ist aber auch eine tödliche Waffe. Und nicht von ungefähr ist ein Ghorkaregiment noch immer als Elitetruppe bei den englischen Streitkräften im Dienst. Der Stolz der Ghorkas und ihre Verbundenheit mit ihren Traditionen imponierte mir immer. Natürlich lehne ich als Pazifist jegliche Gewalt kategorisch ab.

Mehrmals habe ich als hohe Ehre der Freundschaft selbst ein Kukri als Geschenk überreicht bekommen. Eine Geste mit sehr enormer symbolischer Bedeutung. So ehren die Ghorkas traditionell einen Freund und sagen ihm damit, dass man ihm voll vertraut und ihm deshalb mit dem Kukri eine ebenbürtige Waffe übergibt.

 

 

Der Teegarten Puttabong (früher Tukvar)

Der Teegarten Puttabong (früher Tukvar)Der imposante, schneebedeckte Himalayariese Kanchenjunga, der dritthöchste Berg der Erde, thront majestätisch über Puttabong. Schon 1852 pflanzte der Arzt Dr. Campbell, er war es auch der die ersten Teesamen aus China herausgeschmuggelt und den Teeanbau in Darjeeling begründet hatte, die ersten Pflanzen.

Puttabong ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der größten Darjeelinggärten und erstreckt sich in 5 Divisionen auf einer Länge von 20km von der Stadt Darjeeling bis zur Staatsgrenze von Sikkim.  Der Name Puttabong bedeutet übersetzt übrigens in etwa: „Haus der grünen Blätter“.
Für den Bioanbau werden diverse Leguminosenarten sowie spezielle Gräser kultiviert, die den Boden verbessern, an den steilen Hängen festhalten und als wertvolle Stickstofflieferant dienen.  Daneben wurde eine großangelegte Kompostwirtschaft etabliert. Nicht ganz einfach in dieser Höhenlage und bei den vielen Steilhängen. Für die Düngung wird neben dem Kompost auch Kuhdung von den lokal gehaltenen (heiligen) Kühen genutzt. Auf freien Flächen werden zudem lokale Kräuterarten gezielt angebaut, aus denen vor Ort flüssige Pflanzenstärkungsmittel hergestellt werden.

 

Einige Zahlen zu Puttabong:
Tee-Anbaufläche:  436 Hektar
Erntemenge pro Jahr: 245 Tonnen Tee
Anzahl Arbeitskräfte:  1476

 

Essen bei Haut und Haar

Essen bei Haut und HaarEines Tages wurde ich in Kalkutta von Geschäftsfreunden zum Abendessen eingeladen. Ich bräuchte mich nicht besonders schick zu machen, es ginge aber zu einem ganz besonderen Essen.

Zunächst dachte ich mir nichts Besonderes dabei, als ich pünktlich mit dem Auto vom Hotel Kenilworth, in dem ich abgestiegen war, abgeholt wurde.  Wir fuhren durch den von dickem Abgasqualm geschwängerten, gewaltigen Abendverkehr des Molochs Kalkutta ostwärts.

Mit der Zeit wurde der Qualm und der Smog immer dichter, nicht nur wegen der abgaswolkenspeienden Taxen und der mit einigen Brettern und vielen Juteschnüren zusammengebundenen und –gehaltenen Lastwagen.

Am Abend, wenn es nicht mehr ganz so brütend heiß ist, steigt der Lebenspuls der Stadt auf den Strassen und Gehwegen nochmals für einige Stunden kräftig an. Die Armen kochen auf fauchenden Petroleumkochern ihr Essen. Die noch Ärmeren kochen auf dem offenen Feuer mit Kuhdung, den sie  tagsüber mit den Händen zu Fladen geformt und an die nächstbeste Wand zum Trocknen geklebt haben. Diejenigen, die noch weniger als nichts haben, betteln und hoffen, dass sich jemand ihrer erbarmt.

In kaum einer anderen Stadt der Welt, die ich gesehen und erkundet habe (und das waren im Laufe der Jahrzehnte eine ganze Menge), habe ich einen ähnlichen Mikrokosmos des menschlichen Daseins so konzentriert und so eng nebeneinander erlebt. Vom unermesslichen Reichtum und Luxus bis zur erbärmlichsten Armut.

Wir fuhren weiter. Die dämmrige Straßenbeleuchtung leuchtete immer weniger, je weiter wir fuhren, bis sie zum Schluss gar nicht mehr vorhanden, oder im immer dichteren Smog einfach nicht mehr zu sehen war. Jedenfalls wurde es immer dusterer, die Gegend immer ärmer und ich wunderte mich schon sehr, wo wir hier etwas essen gehen sollten.

Der Gestank, der durch das offene Fenster hereinwehte, wurde immer impertinenter und veränderte sich vom dieselrußig-stinkenden Smog hin zu einem infernalischen Gestank nach verbrannten Haaren. Diese stammten vom Gerbeprozess und wurden einfach überall verbrannt.
Kurz: Wir waren im Gerberviertel von Kalkutta angekommen. Im schwachen Dämmerlicht der einzigen Straßenlaterne im Umkreis von hunderten Metern war kaum etwas zu erkennen. Zu riechen allerdings schon.

Ich fragte, ob sich der Fahrer vielleicht verfahren hätte. „Nein, wir sind vollkommen richtig“ beschieden mir meine Begleiter. „Hier gibt es das beste chinesische Essen in der ganzen Stadt“. Aha, dachte ich mir. Ist das nun eine Art Mutprobe, oder wie soll ich das deuten und vor allem, wie soll ich denn diese üblen hygienischen Verhältnisse überstehen?

Meine Begleiter klärten mich auf, dass dies das Tangra Gebiet, das Gerberviertel sei, und dass die Gerbung von Leder fest in chinesischer Hand sei. Über 350 Gerbereien gehen auf engstem Raum dem alten Handwerk nach, wobei die Haare und andere Bestandteile mühsam von den Häuten der geschlachteten Tiere abgeschabt, die Häute in stinkende Gerberbrühen eingelegt und so haltbar gemacht werden. Alle Abfälle werden anschließend in den schmalen Gassen verbrannt. So stinkt es hier Tag und Nacht so infernalisch, dass einem mehr als einmal der Atem stockt.

Für Inder sei diese Gerbertätigkeit in aller Regel nicht geeignet, wegen der Religion und deren Kastendenken. Wieder einmal musste ich mir eine der vielen Regeln des Hinduismus erklären lassen. Außer vielleicht die allerunterste Kaste, die Unberührbaren, könne kein gläubiger Hindu mit Tierhäuten umgehen, das verbiete die Religion. Deshalb würde diese Arbeit eben von den Chinesen gemacht. Dazu muss man wissen, dass Kalkutta und West-Bengalen ein Zentrum der Lederindustrie mit zehntausenden von Arbeitsplätzen ist. Sehr viele Lederwaren, wie z.B. Geldbörsen, werden hier auch für den Export nach Deutschland hergestellt.

„Aber wo kann man denn hier in diesem Chaos essen – wo gibt es ein Restaurant?“, wollte ich wissen.

Es gäbe hier viele und in der ganzen Stadt sehr berühmte Restaurants, in denen man das beste HAKKA-Essen serviert bekomme. „Es ist vielleicht auf den ersten Eindruck etwas befremdlich hier“. Immerhin das gestand man mir zu. Wir gingen also in fast völliger Dunkelheit zu einer Tür, durch deren Spalt etwas Licht hindurchschimmerte.

Als sich die Tür öffnete, stand inmitten eines vielleicht 4x4m großen Raumes ein gewaltiger Wok mit mindestens eineinhalb Metern Durchmesser, unter dem ein noch gewaltigeres Feuer loderte. Die Hitze schlug einem förmlich wie eine Keule entgegen. Im Wok selbst brodelte siedendes Öl. Ein Chinese mit einer Art Lendenschurz und nacktem Oberkörper rührte Berge von Krabben und anderem Meeresgetier im siedenden Öl und frittierte sie.

Von Tischen war nichts zu sehen. Eine kleine, sehr schmale und sehr steile Treppe führte durch eine Art Falltür in das Obergeschoss. Dass die Treppe so schmal war, hinderte jedoch das Restaurantpersonal nicht daran, auf den Stufen auch noch das benutzte Geschirr zu stapeln, neben dem wir uns mühsam einen Weg nach oben bahnten. Die Deckenluke war so eng, dass ich nur mit Mühe hindurchpasste.

Wir erreichten einen kleinen, niedrigen Raum, in dem ein laut surrender Ventilator es auch nicht schaffte, der gewaltigen Hitze einige Grade Kühle abzutrotzen. In diesem Raum stand ein rot lackierter Holztisch mit zwei ebenfalls rot lackierten Sitzbänken. Unter und hinter den Bänken, aber auch auf dem Tisch stapelten sich Berge von abgenagten Knochen. Just als ich mir überlegte, wie die wohl hierher kommen, warf einer der vier Chinesen, die am Tisch saßen, einen gerade abgenagten Knochen hinter sich. Das sei so „Tischsitte“ hier, wurde ich aufgeklärt.

Ganz ehrlich: ich probiere ja fast alles aus, was man essen kann. Von Schlangen über Waranschwänze vom Grill über frittierte Heuschrecken, habe ich alles schon einmal verkostet. Aber was ich hier sah, das übertraf nicht nur alles bislang erlebte, sondern es überstieg auch meine Vorstellungskräfte deutlich.

Die Chinesen am Tisch standen auf, rülpsten nochmals kräftig und stiegen die Treppe hinunter. Ein Kellner kam, schob die Knochen vom Tisch in einen Eimer und sammelte auch die Knochen vom Boden auf. Die Schüsseln und Teller wurden ebenfalls eingesammelt und auf der Treppe, bei den vielen dort schon stehenden, gestapelt. Mit einem Lappen, der aussah, als hätte seinerzeit schon einer in der Steinzeit damit geputzt, wurde der gröbste Schmutz vom Tisch gewischt.

„Please take a seat Sir! What would you like to eat”, fragte mich der Kellner. Au weia! Weil man ja das machen soll, was die Einheimischen auch machen und weil ich mir überlegte, dass Garnelen und Seafood, die im siedenden Öl frittiert werden, ja nicht gar so kritisch sein sollten, bestellte ich mir „Seafood Hakka style“.

Es dauerte nicht lange, da kam eine große Portion köstlich duftenden Essens auf den Tisch – und es kam auch ein Schweißausbruch nach dem anderen. In kürzester Zeit war ich tropfnass, von der tropischen, schwül-heißen Raumtemperatur, aber auch von den scharfen Speisen. Nachdem ich mittlerweile alle, aber auch wirklich alle europäischen Bedenken über Bord geworfen hatte, probierte ich das Essen. Und es war in der Tat so köstlich und so gut gewürzt, wie ich es kaum irgendwo auf der Welt jemals wieder irgendwo in einem chinesischen Restaurant bekommen habe. Ich wollte sogar noch Nachschlag und habe dem Koch genauestens zugeschaut, wie er im Lendenschurz schwitzend meine Krebse im siedenden Öl schwenkte, tauchte und dann frittiert mit einem Korblöffel entnahm und auf einen Teller kippte. Aus einem Topf kam ein Klatsch Soße hinzu.

Später habe ich dann noch öfter ausdrücklich darum gebeten, dass ich wieder einmal das Essen bei Haut und Haar im Gerberviertel genießen möchte. Und ich habe es immer genossen, und bin noch jedes Mal jämmerlich dabei ins Schwitzen geraten.

 

Ein tolles Rezept, direkt aus dem Tangra Distrikt in Kalkutta (chinesisches Gerberviertel), habe ich aufgeschrieben und übersetzt. Lesen Sie hier!

 

 

REZEPT: Hakka Chilifisch

Dieses Rezept stammt direkt aus dem Tangra Distrikt in Kalkutta (chinesisches Gerberviertel). Dort habe ich es aufgeschrieben und übersetzt. (Ralph Munz)

 

Vobereitungszeit ca. 10 Minuten
Zubereitungszeit ca. 10 Minuten
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel

 

Zutaten (4 Personen):

  • 500 g Fischfilet (Kabeljau, Pangasius oder ähnliches geht gut – es schmeckt auch toll mit Hummerkrabben)
  • 1 TL Olivenöl
  • Öl zum Fritieren – ideal ist Erdnussöl
  • 8-10 scharfe, rote Chilischoten entkernt und in feine Streifen geschnitten
  • 2 Frühlingszwiebeln geschnitten
  • 1 kleine Zwiebel in Würfel geschnitten
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischer Ingwer (ca. 50g) in feine Scheibchen geschnitten
  • 1 Paprikaschote rot, entkernt und in Streifen geschnitten
  • 2 Teelöffel dunkle Sojasoße
  • 1 Teelöffel Austernsoße (optional – ich finde aber, dass sie unbedingt dazu gehört)
  • ½ TL Zucker(Hinweis: Im Originalrezept kommt noch Natriumglutamat hinzu, aber das vermeide ich und es ist auch nicht nötig)

Marinade:

  • 2 TL Limonensaft – es geht auch Zitronensaft
  • ½ Teelöffel Salz
  • Pfeffer aus der Mühle (Nr. 26514)
  • 2 zerstoßene oder gehackte Knoblauchzehen

Frittier-Teig:

  • ½ Tasse Maisstärke
  • 1 Ei
  • Salz nach Belieben
  • Wasser

 

Zubereitung:

Aus Limonensaft, Salz, Pfeffer und dem grob gehackten Knoblauch eine Marinade anrühren. Den Fisch für 15 Minuten in die Marinade einlegen, dazwischen mal wenden und die Marinade gut auf dem Fisch verteilen.

Die Zutaten für den Frittierteig mit Wasser zu einer sämigen Masse anrühren (ca. 4 Teile Wasser auf einen Teil Stärke). Den Fisch aus der Marinade nehmen und in die Teigmasse tunken, bis er überall bedeckt ist. Dann im siedenden Öl für ca. 2 Minuten frittieren. Herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

In einer Pfanne, oder noch viel besser einem Wok, ein wenig Öl bis kurz vor den Rauchpunkt erhitzen (sehr gut eignet sich hier Erdnussöl), die Zwiebeln für ca. 30 Sekunden im Öl „pfannenrührenbraten“. Knoblauch und Ingwer zufügen und weiter rührend braten, Die Paprikastreifen zugeben. Dann die Chilis hinzufügen und für 1-2 Minuten weiter garen. Von der Flamme nehmen und auf die Seite stellen.

In einem weiteren Wok (oder die schon vorbereiteten Speisen aus dem Wok auf einem vorgewärmten Teller kurz zwischenlagern) ein wenig Öl erhitzen und die frittierten Fischstücke dazugeben. Die Soja- und die Austernsoße zufügen, zum Kochen bringen und für eine Minute weiterkochen. Das warm gestellte Gemüse hinzufügen und alles gut miteinander verrühren.

Sofort servieren! Entweder mit Reis oder mit gebratenen Chowmein-Nudeln. Das Gericht schmeckt auch toll als Snack ohne Beilagen. Dann etwas weniger Sauce zubereiten und etwas trockener servieren.

Vorsicht: dieses Gericht ist wirklich sehr scharf und original. Wer es weniger scharf mag, der reduziert besser die Menge der Chilies.

 

Ein kleiner Rückblick auf 30 Jahre OASIS-Versand

Ein kleiner Rückblick auf 30 Jahre OASIS-Versand

 

Vor nunmehr 30 Jahren habe ich mit zwei Partnern, die schon lange nicht mehr dabei sind, die Firma OASIS gegründet. Ich bin damit der Einzige aus dem Gründungstrio, der noch aktiv im Geschäft ist. Damals gab es zwar eine gewisse Aufbruchstimmung in Sachen Bioprodukte, aber noch kaum etablierte Normen für den Bioanbau. Die Laboranalytik war noch meilenweit von dem entfernt, was wir heute kennen. Vieles war tatsächlich so, wie man es heute gerne persifliert: Rosa Latzhosen tragende Sozialpädagogen hatten eine Vision (meine eigenen Arbeits(latz)hosen waren und sind übrigens immer noch rot)… – von der so manche wegen mangelnder Professionalität und Beständigkeit baden ging.

Im Teebereich gab es schlicht noch fast  gar nichts, was man echten Bioanbau hätte nennen können. Ich war komplett fachfremd, denn ich hatte Bauingenieurwesen studiert. „Ideale“ Voraussetzungen also um einen Bioteehandel und eine Bioteeverarbeitung oder gar den Bioanbau zu starten.Logo - Danke für 30 Jahre Bio-Genuss - 1987-2017 - OASIS-Versand

Auch wenn uns niemand so recht zutraute, dass das etwas werden konnte mit unseren Ideen, so ließen wir uns nicht beirren. Wir vertrauten darauf, dass man etwas ändern und verändern kann, wenn man nur wirklich daran glaubt und nicht aufhört daran zu arbeiten.

> Unser erster Schritt war die Entwicklung einiger Früchtetees mit natürlichen Aromen – darunter unser Bio-Früchtetee-Walderdbeere, den es noch heute gibt. Fast zeitgleich waren wir eine der allerersten, wenn nicht die allererste Teefirma in Deutschland die konsequente, chargenbezogene Rückstandsanalysen aller Tees einführte.

Unverzüglich begannen wir auch damit den Bioanbau für Tee aufzubauen. Damals gab es schlicht noch fast nichts in dieser Richtung was man systematischen und kontrollierten Bioanbau nennen konnte. In vielen Ländern, wie Indien, Bangladesch, Tansania, oder Südafrika leisteten wir absolute Pionierarbeit.

Meine härtesten, aber auch schönsten Jahre waren die dafür nötigen, zahlreichen Reisen in die Teeanbauländer. In diesen Ländern traf ich viel Schönes, aber auch sehr viel Armut und noch mehr Unkenntnis über den Bioanbau. Schön, dass ich hier als einer der Allerersten so viel Bio-Pionierarbeit im Teebereich leisten durfte. Diesen oft schwierigen aber auch sehr intensiven „Lehrjahren“ und vielen tollen Fachleuten, von denen ich wahnsinnig viel lernen durfte, verdanke ich viel von meinem umfangreichen Wissen über Bio-Tee, aber auch über Bio-Gewürze, Bio-Weine und vieles mehr.

Dieses Wissen und meine Leidenschaft (manche nennen mich auch stur, weil ich nur hochwertige Qualitäten akzeptiere)  für wunderbare, authentische Lebens- und Genussmittel können Sie schmecken, wenn Sie bei uns bestellen. Jedenfalls hoffe ich das sehr.

 

Seit 30 Jahren Bio-Genuss und -Qualität > hier bestellen!

 

In den nächsten Newslettern werde ich Ihnen noch viele Geschichten aus der OASIS-Geschichte erzählen. Einige finden Sie schon hier in unserem Blog – unter „Geschichte und Geschichten“. Bleiben  Sie gespannt und neugierig.

 

Ralph Munz
Gründer, Geschäftsführender Gesellschafter, OASIS-Versand

 

 

Der kulinarische Frühling hält Einzug

Mit frischen Kräutern, wie Bachkresse oder wildem Bärlauch hält der kulinarische Frühling Einzug in unseren Küchen. Spargel ist das erste Frühlingsgemüse. Heiß ersehnt können wir uns bereits über die erste Ernte freuen. Spargel gibt es in drei Varianten: der „Weiße Bleichspargel“ ist mild und besonders zart. Der „Violette Spargel“ ist fein, aber in der Aromatik kräftig und würzig. Er ist besonders in Frankreich sehr beliebt, wird aber in Deutschland nur selten angeboten. Der „Grüne Spargel“ ist dem Wildspargel sehr ähnlich. Er ist herzhaft und würzig im Geschmack. Die Stangen sind dünner. Man schält aber hier nur das untere Drittel.

Probieren Sie unser Lieblingsrezept zur Spargelzeit: Spargel-Quiche

Zutaten:

Für den Teig:

  • 130g Bio-Butter, kalt
  • 250g Bio-Weizen- oder Dinkelmehl (Typ 550)
  • 90ml Wasser
  • 1/2 TL Meersalz

Zubereitung:

Für den Teig alle Zutaten rasch zu einem glatten Mürbteig verkneten und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Belag:

  • 500g Grüner Bio-Spargel
  • 10-12 Bio-Cocktailtomaten
  • 125g Bio-Mozzarella
  • 5-7 Blätter Bio-Basilikum, frisch
  • 3 Bio-Eier
  • 200g Bio-Schmand
  • Salz, Bio-Pfeffer, Bio-Muskatnuss und Butter zum Fetten der Form

Zubereitung:

Den Spargel waschen, das untere Drittel schälen und in 2-3 cm lange Stücke schneiden. In kochendem Salzwasser ca. 3-4 Minuten blanchieren, abgießen, kalt abschrecken. Die Tomaten halbieren. Den Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Den Backofen auf 180°C (Umluft) vorheizen.

Die Springform (28 cm Durchmesser) einfetten. Den Teig auswellen und die Form damit auslegen. Mit der Gabel mehrmals einstechen. Den Teig im Backofen 10 Minuten vorbacken.

Das Basilikum waschen und fein schneiden. Für den Guss die Eier und den Schmand verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Spargel, die Tomaten, die Mozzarellawürfel sowie dem geschnittenen Basilikum auf den Teig legen. Den Guss gleichmäßig darauf gießen, dass möglichst alles bedeckt ist (vor allem die Basilikumblätter in den Guss drücken). Die Quiche 35 Minuten bei 180°C backen. Nach 10 Minuten mit Alufolie abdecken. Aus dem Rohr nehmen und 5 Minuten ruhen lassen. Danach in gewünschte Stücke schneiden und servieren.

Unsere Bio-Weinempfehlungen zur Spargel-Quiche:

Nr. 93146 Bio-Weißwein vom Weingut Völker – Franken: Kitzinger Eselsberg Silvaner Kabinett trocken „Vater & Sohn“

Nr. 93890 Bio-Weißwein vom Weingut Keth – Rheinhessen: Cuvée Eisbachtal Qualitätswein trocken

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